Kajak Ratgeber 2020 – So findest Du das für Dich passende Modell

Stellen Sie sich vor Sie gleiten in Ihrem Kajak lautlos durch das Wasser in Mitten eines großen Sees. Der Sonnenuntergang steht kurz bevor und die Sonnenstrahlen am Horizont reflektieren sich in den Wellen. Sie hören nur das leise Plätschern des Paddels im Wasser und spüren den leichten Wind im Gesicht während Sie die orange beleuchtete Uferlinie bewundern.

Kajak fahren begeistert immer mehr Menschen. Wollen auch Sie in den Trendsport einsteigen? Wir zeigen Ihnen auf was Sie beim Kauf Ihres eigenen Kajaks achten müssen.

Perspektive eines Kajak Fahrers auf dem Brienzersee

Was ist ein Kajak?

Kajaks wurden schon vor langer Zeit von den Eskimos als schnelles, wendiges Boot für die Jagd auf dem Wasser entwickelt. Während damals ein Rahmen aus Holz und Knochen verwendet wurde, der mit Tierhäuten bespannt war, besteht der Körper eines modernen Modells meist aus Kunststoffen wie Polyethylen. Diese Sorgen für ein leichtes Gewicht bei gleichzeitig guter Stabilität.

Allgemein zählt das Kajak zusammen mit dem Kanadier zum Überbegriff der Kanus. Diese werden vor allem durch die lange, schmale Bauweise und den Blick in Fahrtrichtung charakterisiert. Der Unterschied zwischen den beiden Untergruppen ist gering. Im Kajak benutzt man ein Doppelpaddel und nimmt eine Sitzposition ein, bei der die Beine nach vorne gestreckt und die Oberschenkel seitlich gespreizt werden. Das Kanadier hingegen wird kniend und mit einem Stichpaddel gefahren, das nur ein Paddelblatt besitzt.

Die verschiedenen Kajak-Ausführungen in der Übersicht

Wie bei fast jedem Sportgerät gibt es auch beim Kajak verschiedene Modelle, die jeweils auf spezielle Fahrweisen und Umgebungsbedingungen angepasst sind. Jedes hat Unterschiede in Gewicht, Form und Material.

Wähle zwischen zwei verschiedenen Sitzpositionen

Zunächst muss man zwischen zwei Sitzpositionen unterscheiden. Die verbreitete Sit-In und die alternative Sit-On-Top Bauart. Die Modelle selbst sind zum größten Teil gleich aufgebaut.

Sit-In Kajaks

Sit-In bedeutet, wie der Name schon vermuten lässt, dass man im inneren des Kajaks sitzt. Der Sitz befindet sich dabei im Schwimmkörper und die Beine werden in einen Freiraum geschoben. Diese Variante gilt als das typische Kajak.

Dafür eignen sich Sit-In Kajaks:

  • Bei kaltem und schlechtem Wetter schützt die Sitzposition im inneren des Kajaks den Unterkörper vor kaltem Wind, Regen und Spritzwasser. Mit einem wasserabhaltenden Schutz an der Öffnung des Kajaks bleibt es im Boot stets trocken. Außerdem staut sich die Körperwärme im Innenraum und hält die Beine besser warm.
  • Für lange Touren bieten Sit-In Kajaks generell mehr Stauraum. Wer stundenlang oder sogar mehrere Tage unterwegs ist, braucht viel Platz für Proviant, Ausrüstung und zusätzliche Kleidung. Dafür bieten Sit-In Modelle mehr Möglichkeiten. Außerdem sind sie meist auf fortgeschrittene Fahrer ausgelegt und deshalb schmaler und länger gebaut. Das hat eine bessere Stromlinienform im Wasser zur Folge macht die Fortbewegung über längere Strecken deutlich kraftsparender.
  • Für Wildwasserfahrten sind nur Sit-In Kajaks geeignet. Die rasante Fahrt durch die Flussströmungen erfordert einen niedrigen Schwerpunkt, hohe Stabilität im Wasser und größtmögliche Kontrolle über das Boot. Sit-On-Top Modelle bieten diese Eigenschaften durch die hohe Sitzposition und den schlechten Halt auf dem Sitz nicht. Wer schon Erfahrung im Wildwasser gesammelt hat, kann über den Kauf eines speziellen Wildwasserkajaks nachdenken. Diese sind noch stabiler und perfekt an die extremen Bedingungen angepasst.

Sit-On-Top Kajaks

Sit-On-Top Kajaks sind der Gegensatz zu Sit-In Modellen. Bei dieser Variante befindet sich der Sitz und die Beine auf dem Schwimmkörper. Diese Bauart bietet weniger Halt im Boot, erhöht den Schwerpunkt und verringert die Stabilität im Wasser. Gleichzeitig ist sie aber sicherer für Anfänger. Da sich kein Teil des Körpers eingeschlossen wird, ist das Absteigen nach dem Kentern viel einfacher und man kann nirgendwo hängen bleiben.

Dafür eignen sich Sit-On-Top Kajaks:

  • Wer sein Kajak zum Kajakangeln nutzen will sollte sich ein Sit-On-Top Modell zulegen. Dieses bietet die zum Auswerfen und Einziehen nötige Bewegungsfreiheit. Außerdem kann man bei dieser Bauform aufstehen und sich auf das Boot stellen. Das ist beim Angeln praktisch zum Köder auswerfen und zum erspähen von Fischen im Wasser. Wichtig ist dabei auf ein möglichst breites Modell zu achten, das viel Stabilität im Wasser bietet und nicht leicht kippt. Für diesen Zweck werden spezielle Anglerkajaks angeboten.
  • Ansonsten ist ein Sit-On-Top nur für Anfänger und Kinder geeignet. Wer vor hat den Sport langfristig zu betreiben, sollte auf ein Sit-In Kajak zurückgreifen. Diese sind meist hochwertiger und professioneller gebaut, haben mehr Einsatzmöglichkeiten und bieten auch auf lange Sicht viel Fahrspaß.

Anzahl der Sitzplätze

Das typische Kajak is ein Einer-Kajak und nur für eine einzige Person bestimmt. Es werden jedoch auch viele Modelle mit mehreren Sitzplätzen angeboten. Zweier, Dreier, und Vierer-Kajaks ermöglichen das Fahren zu zweit oder in der Gruppe. Manche haben sogar einen kleineren Kindersitz für Ausflüge als Familie.

Der einzige Nachteil von mehreren Sitzplätzen ist der viele Platz, den das Kajak einnimmt. Das macht den Transport schwierig, oder je nach Größe des Autos sogar unmöglich. Daher sollte beim Kauf immer darauf geachtet werden, dass das gewählte Modell auch vernünftig mitgenommen werden kann.

Welche Kajakart ist die richtige für mich?

Für Fortgeschrittene und Profis werden zahlreiche Modelle angeboten, die auf individuelle Vorlieben des Fahrers und unterschiedliche Einsatzbedingungen spezialisiert sind. Wir haben die wichtigsten Typen zusammengestellt.

Allrounder

Allround Kajaks sind die ideale Wahl für Gelegenheitspaddler. Wer nur ab und zu eine Runde in nahegelegenen, heimischen Flüssen und Seen ohne große Strömungen drehen will, der ist hier am besten bedient. Diese Art bietet auch für Neueinsteiger eine besonders gute Grundlage.

Allrounder sind typischerweise kürzer und breiter gebaut. Das mindert zwar die Stromlinienform und Geschwindigkeit, steigert aber dafür die Kippstabilität. Das größere Cockpit erleichtert außerdem das Ein- und Aussteigen. So profitieren Anfänger von mehr Sicherheit beim Fahren.

Wander- und Seekajaks

Wanderkajaks sind in der Regel sportlicher gebaut als Allrounder. Die Länge von etwa 4 – 5 Metern und die geringere Breite sorgen für eine ausgezeichnete Spurtreue, bessere Stromlinienform und weniger Wasserwiderstand beim Fahren. So können auch weite Strecken kraftsparend absolviert und hohe Geschwindigkeiten erreicht werden. Wer stundenlang oder sogar mehrere Tage unterwegs ist, braucht viel Stauraum für Proviant, Ausrüstung und zusätzliche Kleidung. Die meisten Modelle sind für solche Ansprüche ausgelegt und bieten ausreichend Platz in wasserdichten Aufbewahrungsfächern und im Boot selbst.

Ein Nachteil der langen Bauweise ist die eingeschränkte Manövrierbarkeit. Eine Kurve benötigt mehr Paddelschläge. Durch die geringere Breite leidet auch die Kippstabilität. Deshalb sind Wanderkajaks vor allem für ruhige Fahrten und gerade Routen mit nur wenigen Kurven geeignet. Stille Gewässer wie Seen oder langsam laufende Flüsse bieten dafür die besten Voraussetzungen.

Wildwasser Kajaks

Fortgeschrittene und Profis suchen im Kajaksport stets neue Herausforderungen. Die Fahrt in wilden Gewässern und durch rasante Stromschnellen, zwischen Felsen und anderen Hindernissen, bietet vielen den gesuchten Reiz. Doch nur wenige Kajaks sind diesen Anforderungen gewachsen.

Mit einer Länge von ca. 3 Metern und einer großen Breite eignen sich Wildwasserkajaks perfekt für die rauen Bedingungen. Das große Volumen des Boots erleichtert das Durchqueren von schnellen Strömungen und das Entkommen aus Wasserwalzen und Rückläufen deutlich. Außerdem schützt die herausragende Kippstabilität vor dem Kentern in den Wellen. Anfänger sollten sich allerdings noch nicht in das Wildwasser trauen. Das Verletzungsrisiko ist hier am größten.

Aufblasbare Kajaks

Reguläre Kajaks bestehen aus einem einzigen Stück, das nicht auseinandergenommen und wieder zusammengebaut werden kann. Das macht die Aufbewahrung und den Transport durch die das hohe Gewicht und die Größe des Boots schwierig und aufwändig. Hier kommen aufblasbare Modelle ins Spiel. Wie der Name schon vermuten lässt, bestehen diese aus einer Hülle, die vor der Tour mit einer elektrischen Luftpumpe aufgeblasen werden kann. Im luftleeren Zustand nehmen sie nicht viel Platz ein. So können sie leicht verstaut werden und passen in den Kofferraum und auf den Rücksitz eines jeden herkömmlichen Pkws.

Wer bei aufblasbaren Kajaks and die Qualität einer Luftmatratze denkt, liegt weit daneben. Durch große Fortschritte in der Entwicklung ist die Hülle aus PVC oder Polyurethan äußerst robust und hält Umwelteinflüssen wie Kälte, Regen und UV-Strahlung mit Leichtigkeit stand. Auch die Performance nähert sich immer weiter den soliden Materialien an, sodass Unerfahrene den Unterschied bei hochwertigeren Modellen kaum erkennen. Die leichte Handhabung und der niedrigere Preis machen aufblasbare Kajaks auch zu einer guten Alternative für Einsteiger und Gelegenheitspaddler. Sogar viele Fortgeschrittene setzen inzwischen auf diese Variante.

Das richtige Material wählen

Moderne Kajaks bieten eine Auswahl aus vielen verschiedenen Materialien. Diese haben großen Einfluss auf die Stabilität, das Fahrverhalten und den Preis. Dementsprechend wichtig ist die passende Wahl. Doch welcher Werkstoff ist der richtige für die unterschiedlichen Fahrstile? Hier sind die wichtigsten zusammengefasst.

Polyethylen: Günstiges und stabiles Polyethylen wird heutzutage für die meisten Kajaks verwendet. Das Material ist langlebig, stoßfest und unempfindlich gegen Kratzer. Diese Eigenschaften verzeihen den ein oder anderen Anfängerfehler. Der einzige Nachteil ist das hohe Gewicht des Werkstoffs. Das kann beim Tragen alleine zum Problem werden und bremst das Kajak im Wasser aus. Ansonsten sind PE-Kajaks eine gute Wahl für Einsteiger.

Glasfaserverstärkter Kunststoff: GFK wurde früher als Standart für Wander- und Seekajaks verwendet, ist heute aber wegen des höheren Preises und der Kollisionsempfindlichkeit seltener anzutreffen. Hauptvorteil ist das geringere Gewicht und die sportlicheren Bauformen, die durch das Material möglich werden. Außerdem lassen sich Schäden leichter reparieren als bei PE-Modellen.

Carbon: Carbon ist ein High-End Material im Kajakbau. Es ist trotz seines geringen Gewichts äußerst widerstandsfähig und ermöglicht die höchsten Geschwindigkeiten. Allerdings ist Carbon sehr teuer und wird nur in Profi- und Wettkampfkajaks verwendet. Für den privaten Gebrauch ist diese hohe Investition nicht notwendig.

PVC und Polyurethan: PVC und Polyurethan sind weiche Werkstoffe und werden ausschließlich für aufblasbare Kajaks verwendet. Die Verformbarkeit macht Transport und Aufbewahrung einfach und schützt bei Zusammenstößen. Zusammen mit dem niedrigen Preis schafft es ideale Eigenschaften für Anfänger.

Was kostet ein Kajak?

Wie bei vielen Sportgeräten ist der Preis auch bei Kajaks nach oben offen. Profis investieren gut und gerne mehrere tausend Euro beim Kauf. Einsteigermodelle sind aber schon weit unter tausend Euro zu haben. Vor allem aufblasbare Varianten sind mit zum Teil unter hundert Euro sehr günstig. Es zählt bei der Entscheidung vor allem, wie viel Wert man auf Performance legt und wie viel Geld man bereit ist dafür auszugeben.

Wo kaufe ich mein Kajak am besten?

Fortgeschrittene und Profis kaufen ihre Kajaks normalerweise in Fachgeschäften und in Profi-Onlineshops. Für Anfänger sind Modelle aber günstiger und in größerer Auswahl auf großen Onlineportalen wie Amazon zu finden. Die zahlreichen Bewertungen und Erfahrungsberichte der Käufer schaffen hier die größte Sicherheit ein hochwertiges Produkt mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis zu ergattern.

„Ob allein, mit Freunden oder der Familie – als anstrengender Sport im Wildwasser oder ruhig auf einem See zum Beobachten der Natur – Kajaks begeistern viele Menschen. Wenn Sie alle Tipps beim Kauf beachten, steht dem Paddelspaß nichts mehr im Weg.“

Über Sport Society

Sport Society ist das Magazin für ambitionierte Sportler. Themen rund um Sport, Fitness und Bewegung helfen dir, dich gesund zu halten und dein Fitnesslevel auf eine neue Stufe zu heben.